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Lange Zeit wurde von den Stadtwerken Neckargemünd / Heidelberg keine Information an die neuen und zukünftigen Bewohner des Neubaugebietes Kleingemünd herausgeben, in welcher Höhe sich die Heizkostenpreise des geplanten Nahwärmekraftwerks mit Holzhackschnitzel befinden. Eine versprochene Informationsbroschüre zu Anfang des Jahres blieb aus. Nun wurden die Nachzahlungs- und Vorabschlagszahlungsbescheide zugestellt, gegen die die neuen Kleingemünder inzwischen in einer gemeinschaftlichen Initiative vorgehen.

So bemessen die Stadtwerke Neckargemünd beispielsweise für eine 4-köpfige Familie eine monatliche Abschlagszahlung in Höhe von ca. 150-200 Euro an reinen Heiz- und Warmwasserkosten. “Das passt nicht in das Konzept der Förderung von jungen Familien im Neubaugebiet”, so ein empörter Anwohner der Kurpfalzstrasse, “Zumal die Beheizung derzeit noch gar nicht vom geplanten Kraftwerk geliefert wird, sondern von einer mobilen Gasstation.”.

Für Bauherren in Kleingemünd in den ersten Bauabschnitten besteht Anschlusszwang an diese Nahwärme, so dass auch keine Wechselmöglichkeit besteht und die Bürgerinnen und Bürger diesen Kosten derzeit ohne Alternative ausgesetzt sind. Auch die Installation von Solaranlagen ist verboten. Einzig Passivhäuser sind davon ausgenommen.

Alleine für den Leistungspreis (81,16 Euro / kW) müssen die angeschlossenen Bewohner 650,00 Euro jährlich “Grundgebühr” zahlen, hinzu kommen die Verbrauchspreise in Höhe von 9.64 Cent pro kWh (durchschnittl. Verbrauch einer 4-köpfigen Familie im Niedrigenergiehaus : ca. 10.000 – 12.000 kWh / Jahr) . Der zusätzliche Messpreis beträgt 38,50 Euro / Jahr.

Die an die Nahwärme angeschlossenen Kleingemünder haben bereits eine umfangreiche Unterschriftenliste an den kaufmännischen Geschäftsführer, Herrn Barth, überreicht – weitere initiative Schritte gegen die hohen veranschlagten Preise sind in Planung.

Interessierte Kleingemünder Bauherren können hier mit der Initiative in Kontakt treten.

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3 Kommentare zu “Neckargemünder Bauherren empört über hohe Heizkosten”

  1. Thomas Berndhäuselam 29.09.2011 um 7:30 am

    …nicht schlecht, das ist das vierfache des günstigen Anbieters bei VERIVOX und ergibt in 30 Jahren einen Mehrpreis (!) von rund 36.000 Euro pro Eigentümer. Allerdings ist mir nicht nachvollziehbar, wie man ein Haus bauen kann ohne die lfd. Betriebskosten zu kennen.

  2. Ronny Michaelsam 29.09.2011 um 8:34 pm

    Als “Betroffener”, auch ich wohne in Neubaugebiet in Kleingemünd möchte ich Folgendes anmerken. Ich habe der Stadt Neckargemünd und den Stadtwerken einen gewissen Vertrauensvorschuss in dieser Sache gegeben. Ich halte mich deshalb jedoch nicht unbedingt für naiv, wenn ich angenommen habe, dass die Kombination aus Fernwärme und Niedrigenergiebauweise auch für mich als Eigentümer zu vergleichsweise niedrigen Heizkosten führen würde. Nun wird rechtlich zu prüfen sein, ob man diese auch im Vergleich mit ähnlichen Anlagen deutlich höheren Preise hinnehmen muss. Noch dazu, wenn es auf Grund des Nutzungszwanges keinerlei Alternativen für die allermeisten Hauseigentümer gibt.

  3. Zugezogeneram 01.10.2011 um 9:24 am

    Richtig. Stadt und Stadtwerke haben das Vertrauen der neuen Anwohner missbraucht. Ich bin mir sicher, dass diese Geschichte auch Verbraucherschutz und Bundesnetzagentur interessiert. Nach Tunnel-Desaster und planloser Altstadtberuhigung mit Kübeln für nahezu 50000 Euro, die dastehen wie bestellt und nicht abgeholt, ist dieses Thema die nächste Aufreibung in Neckargemünd. Herr Althoff, was sagen Sie, als Aufsichtsratvorsitzender der Stadtwerke Neckargemünd dazu? Sie haben die Familienförderung im Neubaugebiet groß geschrieben. Und nun frage ich Sie: Was haben Heizkosten von bis zu 200 Euro monatlich mit Familienförderung zu tun? Sie sollten Planung und Durchführung der Fernwärme in Ihrer Eigenschaft eigentlich stark in Frage stellen und sich mit den Bürgern gemeinsam für günstigere Preise einsetzen! Lassen Sie die Tunnel und Kübel vielleicht einmal außer Acht. Es gibt noch andere Belange der Bürger in Neckargemünd.