22.12.2011
Leserbrief : Deutsche Bahn vernachlässigt Winterdienst: Lebensgefährliche Zustände auf Neckargemünder Bahnhöfen
Seit Jahren kämpfe ich mit vielen anderen Bürgern für saubere Bahnhöfe in Neckargemünd. Obwohl nun mehr geputzt wird und auch die Papierkörbe ab und zu geleert werden, lassen die hygienischen Zustände immer noch zu wünschen übrig. Beschwerden prallen bei den Bahn-Verantwortlichen trotz zahlreicher Zusagen ab, zudem ist unklar, wer der genaue Verantwortliche für die Themen Sauberkeit, Vandalismusbekämpfung und den Winterdienst rund um die Neckargemünder Bahnhöfe und besonders an den Bahnsteigen ist.
Beim Wintereinbruch am 20./21. Dezember 2011 und der anschließenden Tauperiode herrschten auf den beiden Neckargemünder Bahnhöfen lebensgefährliche Zustände. Die nicht überdachten Zuwege und Bahnsteigbereiche waren am Morgen des 21. Dezember nicht geräumt, kaum oder gar nicht gestreut und so vereist, dass im morgendlichen Berufsverkehr lebensgefährliche Zustände herrschten. Am S-Bahn-Halt Altstadt waren sogar die Bahnsteigkanten vereist, eine große Bedrohung stellten zudem der Zugang und die vereiste Treppe auf Gleis 4 zur fortwährend nach Urin riechenden Unterführung des Neckargemünder Bahnhofs als S-Bahn-Knotenpunkt dar. Dort wäre ich selbst fast schwer gestürzt.
Ich fahre gerne mit der S-Bahn. Als Kunde erwarte ich jedoch bei immer weiter steigenden Fahrpreisen und hohen Managergehältern der DB-Verantwortlichen Pünktlichkeit, Sauberkeit und einen akkuraten Winterdienst, der es besonders Schülern, behinderten und älteren Menschen, aber auch Mütter und Vätern mit kleinen Kindern und Kinderwagen ermöglicht, die Bahn und die Bahnhöfe gefahrlos und angstfrei zu benutzen. Da meine vielen Beschwerden und Aktionen seit fast zehn Jahren keine substanziellen Verbesserungen brachten, habe ich nun wegen der aktuellen Winterdienst-Gefährdung am 21.12.2011 Fotos gemacht und anschließend Strafanzeige gegen die Deutsche Bahn und die Verantwortlichen wegen fahrlässiger Gefährdung von Fahrgästen sowie wegen fahrlässiger Gefährdung des Bahn-Verkehrs gestellt. Denn durch die Bahnhöfe fahren ohne Halt und mit hoher Geschwindigkeit auch Regionalexpresse und viele Güterzüge. Soll erst ein schwerer Unfall passieren, bis etwas geschieht und die Verantwortlichen aufwachen?
Dr. Christian Jung, Neckargemünd












